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Präteritum Konjunktiv II

Die Formen des Präteritum Konjunktiv II werden im alltäglichen Sprachgebrauch weitestgehend durch die Verwendung der grammatikalisch simpler aufgebauten "würde"-Konstruktion – "würde" plus Infinitiv – ersetzt. Dennoch bildet jedes Verb auch eine eigenständige Vergangenheitsform des Konjunktiv II ohne dabei das Hilfsverb "würde" zu benutzen.

Bei der Bildung der Formen lohnt es sich zunächst den Präsens Indikativstamm eines Verbs anzuschauen, um herauszufinden ob es sich um ein starkes/regelmäßiges oder schwaches/unregelmäßiges Verb handelt. Bei unregelmäßigen Verben wird der Stammvokal bei der Flexion umgelautet. Ein Beispiel dafür ist "fahren". Im Indikativ Präsens heißt es "ich fahre", im Präteritum dann "ich fuhr" und im Präteritum Konjunktiv II schließlich "ich führe". Bei den regelmäßigen Verben dagegen bleibt der Präteritum Indikativstamm mit dem des Konjunktivs II identisch. So wie zum Beispiel bei dem Verb "gehen", dessen Stamm im Präteritum in beiden Modi "gingen" lautet.

Nimmt man zur Veranschaulichung das Verb "werden" in Betracht, lassen sich einige wichtige Anhaltspunkte zur Bildung des Präteritum Konjunktiv II herstellen. Im Fall von "werden" wird der Präteritumstamm umgelautet. Aus "wurden" wird also:

Sie sagte, dass ich krank würde (wenn ich mich nicht warm genug anzöge).
Sie sagte, dass du krank würdest…
Sie sagte, dass er/sie/es krank würde…
Sie sagte, dass wir/sie krank würden…
Sie sagte, dass ihr krank würdet…


An den Präteritumstamm muss also, egal ob nun regelmäßiges oder unregelmäßiges Verb, stets in Abfolge der Personalpronomina "-e", "-est", "-e", "-en", "-et", "-en" angehängt werden.

Besonders häufig werden im Präteritum Konjunktiv II die Modalverben "dürfen", "müssen", "sollen", "brauchen", "können", "mögen" und "wollen" benutzt. Außer den Flexionsformen von "sollen" und "wollen" bilden die genannten Modalverben alle Umlaute im Präteritum Konjunktiv II.

Durch das Fehlen der Umlaute der letzteren beiden fallen die Formen des Präteritum Konjunktiv II und Indikativ optisch zusammen, bleiben aber semantisch unterschiedlich.

Das Präteritum Konjunktiv II steht immer in Zusammenhang mit einer Bedingung, einer Wunschäußerung oder einer anderen Vorstellung oder imaginierten Situation. Obwohl die Vergangenheitsform benutzt wird, ist beim Präteritum Konjunktiv II nicht zwangsläufig eine Nachzeitigkeit vorhanden. Vielmehr wird der irreale Charakter des Satzgefüges herausgehoben.

Zum Kontrast: Der reale Bedingungssatz "Wenn du mich brauchst, bin ich für dich da.

steht im Indikativ Präsens und drückt damit die Wahrscheinlichkeit des Eintretens des Genannten aus.

Der Satz: Wenn du mich bräuchtest, wäre ich für dich da.

Nimmt vorweg, dass hier von einem Gedankenkonstrukt die Rede ist. Das hier verwendete Präteritum Konjunktiv II suggeriert die theoretische Möglichkeit einer in der Realität nicht zutreffenden Begebenheit.


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