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Die deutschen Verben

Im Deutschen gibt es wie in den meisten Sprachen Verben; manchmal bezeichnet man sie auch als Tuwörter. In Sätzen bilden die Verben oder Tuwörter den Kern des Prädikats und werden daher meistens konjugiert. Unter Konjugation versteht man das Überführen einer noch nicht festgelegten, also infiniten Verbform in eine finite Verbform. Die finite Verbform ist in einer bestimmten Person und im Singular oder Plural.
Die infiniten Verbformen im Deutschen sind der Infinitiv, das Partizip I und das Partizip II.
Im Zuge der Grammatikalisierung kam es auch im Deutschen zur Entstehung von umschreibenden Konstruktionen unter Zuhilfenahme von Hilfs- und Modalverben. Hilfs- und Modalverben sind Verben, die oft nicht mehr in ihrer ursprünglichen semantischen Bedeutung verwendet werden, und dann im Rahmen von umschreibenden Konstruktionen konjugiert werden. Das die Bedeutung tragende Verb wird dann oft zusammen mit dem konjugierten Hilfs- oder Modalverb in einer infiniten Form verwendet. Für solche Konstruktionen ist dann auch noch die für die deutsche Sprache so charakteristische Satzklammer wichtig, da das Verb1, also das konjugierte Hilfs- oder Modalverb, im Satz an Position 2 steht, wohingegen die infinite Form des Vollverbs ans Satzende gestellt wird, also den Abschluss der Satzklammer bildet.
Zwei Beispiele hierfür:

Beispiel 1: Hilfsverb: haben, Vollverb: einkaufen, in der Satzklammer: Supermarkt (Angabe), Konstruktion: Perfekt.

"Ich habe im Supermarkt eingekauft"

Beispiel 2: Modalverb: können, Vollverb: schreiben, in der Satzklammer: ein Brief (Ergänzung), ihm (Ergänzung) heute (Angabe), Konstruktion: Präsens-Verb2-Satz.

"Er kann ihm heute einen Brief schreiben."

Die Konjugation der deutschen Verben ist relativ regelmäßig, es sind aber Wechsel der Vokale im Verbstamm zu beachten, die Vokalwechsel. Die Verben werden also nicht immer nur an ihren Endungen verändert, manchmal ändert sich auch im Verbstamm selbst etwas. Verben, die einen Verbstamm mit Vokalwechsel haben, heißen "starke Verben". Die anderen Verben sind die "schwachen Verben".
Beispiel für ein starkes Verb:

"sprechen".

Schon im Präsens kommt es zu wechselnden Vokalen:

"ich spreche", aber: "du sprichst", "er spricht".

Weitere Vokalwechsel gibt es im Präteritum:

"du sprachst".

Auch eine der infiniten Verbformen, nämlich das Partizip II, weist einen Vokalwechsel auf:

"gesprochen".

Das Partizip II der starken Verben endet übrigens immer auf "-en", aber das Partizip II der schwachen Verben endet auf "-t".

So lautet das Partizip II des schwachen Verbs "machen" "gemacht".

Desweiteren ist das System der Präfixe von Interesse. Im Deutschen erhält das Verb seine charakteristische Bedeutung oft durch eine lediglich kleine Änderung des Präfixes:

"einkaufen" ist nicht einfach "kaufen", und "verkaufen" ist wiederum etwas völlig anderes.

Grundsätzlich können die Verbpräfixe trennbar oder untrennbar sein. Trennbare Verbpräfixe sind zum Beispiel "ein-", "ab-", "zu-", "auf-", "nach-", "aus-" und andere. Untrennbare Verbpräfixe sind "ent-", "zer-", "ver-", "be-" und andere. Bei der Aussprache von Verben mit trennbaren Präfixe wird das Präfix betont, bei Verben mit untrennbaren Präfixen wird hingegen das Verb betont.
Verbpräfixe haben auch mit der Satzklammer zu tun.  Bildet man nämlich Sätze mit trennbaren Verben so kommt das trennbare Verbpräfix an das Ende des Satzes, es bildet also den Abschluss der Satzklammer. Satzklammer, starke Verben, schwache Verben und Verbpräfixe sind die zentralen Themen der deutschen Verbkunde (Wortkunde).
Verben in anderen Sprachen: verbos - verbs


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